Die Geschäftsführer und kaufmännischen Direktoren der sechs münsterschen Akut-Krankenhäuser weisen mit Ärzten und Pflegekräften der jeweiligen Häuser gemeinsam auf die schwierige Finanz- und Personalsituation in den Krankenhäusern hin.
Die Geschäftsführer und kaufmännischen Direktoren im Pressegespräch.
Die Geschäftsführer und kaufmännischen Direktoren im Pressegespräch.
Die Geschäftsführer und kaufmännischen Direktoren im Pressegespräch.
Die Geschäftsführer und kaufmännischen Direktoren im Pressegespräch.

Wann immer das Leben uns braucht.

[10.03.2014]

Gemeinsame Pressemitteilung der münsterischen Akut-Krankenhäuser

Medizinische Versorgung in Münster auf hohem Niveau – Sicherung der Qualitätsstandards und Personalausstattung müssen Priorität haben

Münster. Die sechs Akut-Krankenhäuser in Münster gewährleisten für Patienten eine hervorragende Versorgung. Die Zufriedenheit der Patienten ist laut der Versichertenbefragung Patients‘ Experience Questionnaire (PEQ) zufolge in Münster überdurchschnittlich hoch. Neben der prekären finanziellen Situation der einzelnen Krankenhäuser wird es jedoch immer schwieriger, qualifiziertes Personal zu finden. Zusätzlich werden die Patientenzahlen bedingt durch den demografischen Wandel weiter steigen, sodass die Suche nach gutem Personal sowie die Aus- und Weiterbildung eine hohe Priorität in den Häusern hat.

In Münster wird die Krankenversorgung  täglich durch hervorragend qualifizierte Fachkräfte sichergestellt. Neben der medizinischen Grundversorgung bieten die münsterschen Krankenhäuser durch die Beschäftigung international anerkannter Experten und die Anwendung innovativer Therapiekonzepte eine medizinische Versorgung auf hohem Niveau an. Zahlreiche Maßnahmen im Bereich der Patientenorientierung haben die Zufriedenheit der Patienten bei der Diagnose, Behandlung und Pflege nachweislich erhöht. Die münsterschen Krankenhäuser übernehmen damit nicht nur eine flächendeckende medizinische Versorgung der Menschen im Stadtgebiet, sondern ziehen darüber hinaus auch aus dem Um- und Ausland zahlreiche Patienten an.

Bundesgesundheitsminister stellt mehr Geld für Pflege in Aussicht

Die medizinische Versorgung auf diesem hohen Niveau und der demografische Wandel stellen die Krankenhäuser der Region jedoch auch vor finanzielle Probleme. Denn die diagnosebezogenen Fallgruppenpauschalen berücksichtigen nicht den unterschiedlich hohen Pflegeaufwand für verschiedene Patienten. Mit der wachsenden Anzahl älterer Patienten in den Krankenhäusern steigt auch der Anteil Demenzerkrankter oder schwer Pflegebedürftiger, die eine besondere medizinische und pflegerische Betreuung benötigen. Mit der vorhandenen Personalausstattung ist diese Entwicklung kaum zu bewältigen, für zusätzliches Personal fehlt jedoch oft das Geld.

Bereits jetzt sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern aufgrund des extrem hohen Arbeitsaufkommens und der dünnen Personaldecke stark belastet. Dies bringt wiederum Probleme für die Personalgewinnung mit sich. Der Arbeitsplatz im Krankenhaus muss deshalb wieder attraktiver werden und ein besseres Image bekommen. Dazu ist neben einer öffentlichen Anerkennung der Arbeit des Krankenhauspersonals vor allem eine verbesserte Personalausstattung besonders im ärztlichen und pflegerischen Bereich unumgänglich. Ohne ein umfassendes Refinanzierungskonzept ist dies jedoch nicht zu leisten. Die münsterschen Krankenhäuser begrüßen deshalb die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, bis 2017 insgesamt sechs Milliarden Euro mehr für die Pflege zur Verfügung zu stellen.

Investitionsausgaben müssen refinanziert werden

Eine Erhöhung des Pflegebudgets ist jedoch für die dauerhaft sichere Finanzierung der Krankenhäuser nicht ausreichend, da die angekündigte Summe auch pflegenden Angehörigen und Pflegediensten, die die ambulante Patientenversorgung sicherstellen, zugutekommen soll. Bereits jetzt stehen die Krankenhäuser in Münster vor großen finanziellen Herausforderungen. Anhaltend steigende Energiekosten und hohe Versicherungsprämien werden durch die geringfügig steigenden Vergütungspreiszuwächse nur unzureichend refinanziert. Die Vorhaltung von Kapazitäten für die notwendige und gewünschte Notfallversorgung sowie die die medizinische Leistungsbereitschaft ist durch das derzeit gültige DRG-System ebenfalls nicht gedeckt. Dazu kommen hohe Investitionsausgaben, die durch die Krankenhäuser in den kommenden Jahren zur Sicherung des hohen Qualitätsstandards vorgenommen werden müssen. Auch die Finanzierung innovativer Therapien, die trotz ihrer erwiesenen Effizienz hohe Kosten verursachen, muss gewährleistet werden.

Die münsterschen Krankenhäuser sind sich ihrer Verpflichtung zu wirtschaftlichem Handeln bewusst und agieren entsprechend. Jedoch muss für eine gute medizinische Versorgung jeder Patient als Individuum betrachtet werden – dies muss sich zumindest in Teilen auch in der Finanzierung der Kosten dafür widerspiegeln.

Wann immer das Leben uns braucht. Ihre Krankenhäuser in Münster.

 

Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals Burkhard Nolte:

„Neben einer angemessenen Refinanzierung der laufenden Personal- und Sachkostensteigerungen müssen dringend Anpassungen bei der völlig unzureichenden Investitionsfinanzierung durch die Bundesländer vorgenommen werden, um das qualitativ hohe Niveau der Patientenversorgung in den deutschen Krankenhäusern nicht akut zu gefährden. Allein dem St. Franziskus-Hospital Münster fehlen auf Grund der chronischen Unterfinanzierung in diesem Bereich jedes Jahr ca. 8 - 10 Mio. € für dringend erforderliche Investitionen im stationären Bereich.“

Kaufmännischer Direktor des UKM (Universitätsklinikums Münster), Dr. Christoph Hoppenheit:

„Neben der Routineversorgung bieten wir als Universitätsklinikum genauso wie andere Häuser der höchsten Versorgungsstufe auch die Diagnose und Therapie schwieriger und oft lebensbedrohlicher Erkrankungen an. Dies ist sehr personal- und damit auch kostenintensiv. Neben einer intensiven Betreuung unserer Patienten durch unser medizinisches Fachpersonal investieren wir viel Zeit und Geld in die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir brauchen eine dauerhafte Lösung für die chronische Unterfinanzierung bei den Betriebs-  und Investitionskosten. Unser Anspruch ist es, sich im Sinne der Patienten an den medizinisch-technischen Fortschritt zu halten und damit auch im Wettbewerb zu bestehen.“

Geschäftsführer Clemenshospital & Raphaelsklinik, Stefan Kentrup:

„Seit Jahren kommen die einzelnen Bundesländer ihrer Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung nicht nach. Notwendige Gelder zur Anschaffung moderner Medizintechnik oder zur Umsetzung von Baumaßnahmen werden zurückgehalten oder müssen anderweitig durch die Krankenhäuser finanziert werden. Gerade in NRW ist dieses Problem besonders ausgeprägt, die Landesregierung stellt bei uns deutlich weniger Geld als im Bundesdurchschnitt zur Verfügung. Der hieraus erhebliche Investitionsstau muss unbedingt aufgehoben werden, um zeitgemäße Arbeits- und Unterbringungsbedingungen zu schaffen und zu erhalten und den Menschen auch in Zukunft die gesundheitliche Versorgung zu bieten, die sie zu Recht von uns erwarten.“

Geschäftsführer des Herz-Jesu-Krankenhauses Hiltrup, Berthold Mathias:

"Wenn Menschen dauerhaft motiviert werden sollen, Berufe im Gesundheitsbereich zu ergreifen und auch auszuüben, brauchen Krankenhäuser faire Regelungen, um zeitgemäße und attraktive Arbeitsbedingungen zu erhalten. Wenn diese Bedingungen nicht geschaffen werden können, weil keine ausreichenden Mittel zu Verfügung stehen, wird unsere ganze Gesellschaft dies zu spüren bekommen.“

Kaufmännischer Direktor, Ev. Krankenhaus Münster gGmbH, Michael von Helden:

„Der hohe Anspruch, der heute an unsere Mitarbeiter aus dem pflegerischen, ärztlichen und therapeutischen Bereich zu Recht gestellt wird, verpflichtet uns als Arbeitgeber trotz der angespannten finanziellen Situation Fort- und Weiterbildungen zu finanzieren. Die exzellente Qualität unserer Arbeit gründet sich vor allem auf kompetente Mitarbeiter, die wir benötigen und auch weiterhin vorhalten wollen und müssen.“

AnhangTypeGröße
Kampagne_2014.pdfpdf1.36 MB