Zoodirektor Jörg Adler (m.) auf der Palliative Care Einheit der Raphaelsklinik.
Jörg Adler im Gespräch mit Heinrich Börding.
Jörg Adler und der ärztliche Leiter der Palliative Care Einheit, Dr. Marc Theisen.
Jörg Adler im Gespräch mit Heinrich Börding.
Jörg Adler im Gespräch mit Heinrich Börding.

Zoodirektor in ungewohnter Mission

[13.09.2014]

Ungewöhnliche Unterstützung bekam das Team der Palliativstation der Raphaelsklinik während des Freiwilligentags am 13. September: Münsters Zoodirektor Jörg Adler zog sich für ein paar Stunden die blaue Dienstkleidung über, um auf der Station mitzuarbeiten.

Mit den Patienten reden, ihnen in Ruhe zuhören, kleine Handreichungen übernehmen, wenn der Arbeitsdruck in einem Krankenhaus nur wenig Zeit lässt, übernehmen Ehrenamtliche oft diese wichtige Aufgabe. Für Heinrich Börding aus Alverskirchen war Adler heute der Zuhörer, ein begeisterter, wie sich bald herausstellte. „Ich komme ja nicht aus Münster und was ich heute über die Geschichte der Stadt gelernt habe, ist mehr als bei irgendeiner anderen Gelegenheit“, sagt Adler.

Börding ist 91 Jahre alt, 91 Jahre Geschichte werden lebendig, wenn er aus seinem Leben erzählt. Polier war er, bei dem ehemaligen Bauunternehmen Hermann Bochard. An vielen großen Bauprojekten war er beteiligt, so zum Beispiel am Stadthaus 2, dessen moderne Fassade er beim Blick aus dem Fenster der Raphaelsklinik sehen kann.

Das Leben hat Spuren bei Börding hinterlassen. Als junger Mann wurde er im Krieg am Bein verwundet, später verlor er bei der Arbeit Glieder zweier Finger. „Es ist bewundernswert, wie lebensfroh ein Mann ist, der so viel durchgemacht hat“, begeistert sich Adler. Sogar gemeinsame Bekannte entdeckten sie während des Gesprächs, ein ehemaliger Kollege von Heinrich Börding arbeitete später im Zoo. Börding berichtet dem Zoodirektor von einem Schulausflug in den münsterischen Zoo, da lag dieser allerdings noch am alten Standort in der Nähe der Musikschule an der Himmelreichallee.

Als Adler sich nach drei Stunden die Arbeitskleidung wieder auszog, war er noch immer sichtlich beeindruckt von dem, was er erlebt hat. „Die Frage ist, wer von meinem Arbeitseinsatz mehr hatte, der Patient oder ich!“ Sein Engagement für die Palliativstation kommt nicht von ungefähr, Adler ist Schirmherr des "Fördervereins Palliativmedizin Raphaelsklinik e.V."

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