Zukünftige Babysitter mit Diplom

[18.03.2006]

Die Geburtenzahlen sind in Deutschland auf einem historischen Tiefpunkt angelangt, doch die Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule in Havixbeck lassen sich davon nicht beirren und bereiten sich unter der Leitung ihrer Lehrerin Roswitha Schramm auf das Babysitter-Diplom vor. "Erziehen und erzogen werden" nennt sich das Wahlpflichtfach, das auf die speziellen Anforderungen des Babysittens, die Ausbildung in einem erzieherischen Beruf oder die Erziehung der eigenen Kinder vorbereiten soll.

Doch grau ist alle Theorie und so zog es die Klasse aus den Baumbergen nach Münster in die Raphaelsklinik, um sich auf der Geburtshilflichen Station über die Praxis im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern zu informieren. Die erfahrene Kinderkrankenschwester Barbara Bleß nahm sich Zeit und ging intensiv auf die Fragen der Babysitter in spe ein. "Niemals das Kind schütteln, wenn es etwas verschluckt hat!" mit diesem eindringlichen Rat warnte sie die Schülerinnen gleich zu Beginn vor einem leider allzu oft gemachten Fehler "über den Unterarm legen, auf den Rücken klopfen und in den Mund schauen, ob der Fremdkörper wieder zum Vorschein kommt." falls dies nicht der Fall ist, sofort die Feuerwehr anrufen und zwar bevor die Eltern informiert werden. Denn Zeit ist kostbar, wenn ein Notfall vorliegt.
Wohnen in der Nachbarschaft Ärzte oder Pflegepersonal, die schnell helfen können, bevor die Rettungskräfte vor Ort sind? Eine wichtige Frage, die auf jeden Fall vor dem ersten Babysittertermin geklärt werden sollte. Vor dem gefürchteten plötzlichen Kindstod schützt eine sichere Schlafumgebung, zu viele Kuscheltiere, Kissen, Felle oder Decken können zu Erstickungen führen. Besser das Kind in einem speziellen Schlafsack und in Rückenlage in das Bettchen legen, rät die Kinderkrankenschwester den aufmerksam lauschenden Schülerinnen.
Auch zur Körperpflege gibt es Tipps. Wenn die Haut des Kindes in Ordnung ist, sind Cremes, Puder oder Öle unnötig, auch wenn die Eltern da oft ganz andere Vorstellungen haben. Zum Baden genügt klares Wasser. Bei Fieber sollte grundsätzlich im Po gemessen werden, auch wenn die Industrie ein ganzes Arsenal praktischer elektronischer Thermometer für alle möglichen Messmethoden anbietet. "Das ist noch immer am genauesten" und damit das Messen nicht zu unangenehm ist, kann die Spitze des Thermometers mit etwas Salbe eingerieben werden. Abschließend gab die Kinderkrankenschwester der Raphaelsklinik den zukünftigen Diplom-Babysitterinnen noch die dringende Empfehlung mit auf den Weg, einen speziellen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder zu absolvieren.