Petra Ennenbach überreicht Aaron Magh die Spenderurkunde der DKMS.

„Zwei Nadelstiche und das war’s!“

[29.08.2014]

Aaron Magh ist froh und auch ein wenig stolz. Der 21-jährige Krankenpflegeschüler der Raphaelsklinik hat auch allen Grund dazu, dank seines Engagements hat ein Mensch gute Chancen, den Blutkrebs zu überwinden. Magh ist Stammzellspender, einer von rund 44.000, die seit 1991 durch die Arbeit der Deutschen Knochenmarkspendedatei (DKMS) vermittelt wurden. „Nachdem ich gespendet habe, ist mir erst bewusst geworden, wie wenig die Menschen in meinem Umfeld über die Stammzellspende wissen“, erläutert der junge Mann und beruhigt: „zwei Nadelstiche und das war’s!“

Die Stammzellen werden aus dem Blut herausgefiltert, das aus dem einen Arm entnommen und in den anderen wieder zurückgeführt wird. Fünf Stunden hat diese Prozedur gedauert. Einige Tage vor der Stammzellspende musste sich Aaron Magh täglich kleine Injektionen verabreichen, um die Stammzellproduktion in seinem Körper anzuregen. „Während dieser Zeit fühlte ich mich wie mit Grippe ohne Schnupfen“, dieser Effekt verschwand jedoch sofort nach dem Ende der Injektionen.

Viel weiß der junge Mann nicht über den Empfänger seiner Stammzellen, 43 Jahre alt sei er und ein männlicher Deutscher. „Durch die Spende entsteht eine emotionale Bindung zu diesem Menschen, ich würde gerne später mehr über ihn erfahren.“ Ob dies möglich ist, regeln die Gesetzt des jeweiligen Landes. Bei den Nachbarn in den Niederlanden zum Beispiel bleiben Spender und Empfänger lebenslang anonym. In Deutschland kann der Spender nach 100 Tagen erfahren, wie es dem Empfänger geht, nach zwei Jahren besteht die Möglichkeit, sich persönlich kennenzulernen.
„Zunächst wird unter den direkten Verwandten nach einem passenden Spender gesucht“, erläutert Dr.Holger Timmer, Onkologe an der Raphaelsklinik. Erst wenn diese Suche erfolglos bleibt, wird bei der DKMS angefragt. Anders als bei der Organspende ist die Quote bei der Vermittlung eines Stammzellspenders  recht gut. „Alle 16 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die Diagnose Blutkrebs. In 80 Prozent der Fälle kann erfolgreich ein Stammzellspender gefunden werden“, berichtet Petra Ennenbach von der DKMS.