Endoprothetik

Einsatz der computergestützten Navigation in der Endoprothetik

Knie- und Hüftimplantationen zählen zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen. Rund 150.000 künstliche Hüften und 60.000 Kniegelenke werden in Deutschland pro Jahr eingesetzt. Höhere Präzision bei diesen Eingriffen und verbesserte klinische Ergebnisse sind deshalb das zentrale Anliegen unserer Abteilung.

Um dieses Ziel zu verwirklichen, setzen wir das 3D-Navigationssystem VectorVision compact® der BrainLAB AG ein. Erste Studienergebnisse haben gezeigt, dass mit dieser computergestützten Operationstechnik präzisere Eingriffe möglich sind als mit herkömmlichen Techniken. Die Raphaelsklinik hat als erstes Klinikum in Münster die Behandlung mit Navigationstechnologie in der Knieendoprothetik durchgeführt und verfügt über die größte Erfahrung mit diesem zukunftsweisenden Hilfsmittel der Endoprothetik.

Mit dem computergesteuerten Operationssystem lässt sich der chirurgische Gelenkersatz durch bildgestützte Navigation optimieren.
Mit Hilfe des Systems kann der Einsatz des Implantats zuvor genau geplant und das Ergebnis vor Abschluss der OP am Computer durch Simulation überprüft werden.

Während des Eingriffs kann der Chirurg die Bewegung seiner Instrumente in Echtzeit am Computerbildschirm verfolgen und sieht außerdem, ob die Prothese entsprechend der vom System errechneten Beinachsen positioniert wurde.

Das Ergebnis: Höhere Genauigkeit im Kniegelenksersatz und damit besserer Sitz der Prothesen. Darüber hinaus kann der Patient dank der verbesserten Positionierung von einer längeren Lebensdauer der Implantate profitieren.

Zusatzinformation: 3D-Navigation mit VectorVision®

Mit dem computergesteuerten Operationssystem VectorVision® können Chirurgen den operativen Gelenkersatz mit erhöhter Präzision und Sicherheit durchführen; das betrifft Indikationen wie zum Beispiel Arthrose, also Abnutzungserscheinungen an Knie und Hüfte, meist durch Fehlstellung oder Überbelastung bedingt.

Dabei unterstützt das System die Behandlung in zwei Stufen:

Zunächst stellt es die Patientenanatomie anhand diagnostischer Aufnahmen in 3D-Bildern am Monitor dar. Diese 3D-Darstellungen werden bei komplexen Eingriffen aus einer Computertomographie beziehungsweise bei Routineeingriffen anhand anatomischer Landmarken, das heißt ohne zusätzliche Strahlung für den Patienten, während der OP errechnet. Mit Hilfe einer umfassenden Implantatbibliothek wird dann automatisch die optimale Implantatgröße und -position bestimmt. Auf der Basis dieser Informationen kann der Chirurg den vom System vorgeschlagenen Behandlungsplan individuell anpassen und dabei auch die Bewegungsabläufe des Patienten berücksichtigen.
Während der Operation führt VectorVision® die Instrumente des Chirurgen präzise zu den berechneten Schnittebenen. Die geplanten Schnitte können so noch während der Operation überprüft und mögliche Positionierungsfehler korrigiert werden. Auf diese Weise reduzieren sich die Risiken einer Fehlpositionierung.

Klinische Ergebnisse lassen sich im Vergleich zur konventionellen Methode optimieren, wodurch eine längere Lebensdauer des Implantates erreicht werden kann. Die präzise Navigation wird durch ausgefeilte Technik ermöglicht: Bestückt mit kabellosen Referenzierungsmarkern werden die chirurgischen Instrumente und der Patient im OP in ihrer räumlichen Position mit Hilfe von zwei Infrarotkameras bestimmt und in Korrelation zu den entsprechenden diagnostischen Daten gesetzt.