Stoma - Beratung und Hilfe

In der Raphaelsklinik wurde 1991 die Abteilung Koloproktologie zusätzlich zum bereits bestehenden chirurgischen Spektrum neu eingerichtet.

Im Spektrum der Abteilung finden sich alle speziellen und neuartigen Operationsmethoden für Erkrankungen des Darmes und des Afters. Schwerpunkte sind neben den Operationen bösartiger Tumoren die Eingriffe bei entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, etc.) und die Operationen zur Kontinenzverbesserung. In Verbindung mit dieser Spezialisierung erweiterte sich das Patientenspektrum. Neben den Behandlungsbesonderheiten bei inkontinenten Patienten nahm auch die Zahl der Patienten mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma) erheblich zu.

Aus diesem Grund wurde bereits mit Beginn der Arbeit die Stomapflege/Enterostomatherapie eingerichtet. Stomatherapeuten/-innen sind Mitarbeiter der Pflege mit einer speziellen Fachausbildung für die Versorgung von Patienten mit einem künstlichen Darmausgang. Die Berufsbezeichnung Enterostomatherpeut (ET) ist noch nicht gesetzlich geschützt und wird daher nur als Fachzuordnung benutzt. Die Ausbildung richtet ihren Focus nicht nur auf die Beschäftigung mit Stomaproblemen sondern umfasst des Weiteren das Gebiet der "modernen" Wundbehandlung und der Inkontinenzberatung, so dass die Bezeichnung Enterostomatherapeut (ET) die pflegerische Kompetenz nur sehr unzureichend umschreibt.
Eine intensive Betreuung der Patienten mit diesen pflegerischen Schwerpunkten ist wichtig, da immer noch eine große Zurückhaltung von Seiten der Patienten besteht, sich zu diesen Problemen zu äußern. Insbesondere die Inkontinenzprobleme werden weithin aufgrund veralteter Traditionen tabuisiert.

Trotz fehlender staatlicher Anerkennung der Enterostomatherapeuten hat die Raphaelsklinik schon sehr früh die Wichtigkeit dieses Pflegezweiges erkannt und eine Pflegekraft für diese Tätigkeit ausbilden lassen. Das Spektrum der behandelten Patienten erweitert sich ständig und der Bereich Stoma-, Wund- und Inkontinenztherapie wird seitens der Patienten und Mitarbeiter intensiv genutzt.

Experte in der Raphaelsklinik für Inkontinenz-, Wundversorgungs- und Stomafragen ist Herr Olaf Hagedorn.

Olaf Hagedorn (Telefon: (0251) 5007-2503 | E-Mail: o.hagedorn@raphaelsklinik.de) arbeitet seit 1990 als Krankenpfleger in der Raphaelsklinik. Von 1994 bis Ende 2000 war er als Stationsleiter auf der koloproktologischen Station tätig und konnte durch zurückliegende Erfahrungen schon beratende Hilfe für Stomapatienten anbieten. Nach seiner Ausbildung an der Deutschen Angestellten Akademie Kassel zum Enterostomatherapeuten wurde er am 01.11.1999 offiziell zum Stoma-/Wundtherapeuten für alle Abteilungen der Raphaelsklinik bestellt.

Seit Juli 2007 betreut Herr Hagedorn die Betroffenen im Rahmen eines integrativen Versorgungskonzeptes sowohl in der Raphaelsklinik als auch in der häuslichen Umgebung. Patienten und Betroffene aus Münster und der näheren Umgebung mit einem künstlichen Darm-/Urinausgang, einer schwer heilenden Wunde und/oder einer Inkontinenzproblematik erhalten auf Wunsch einen kostenlosen Hausbesuch (in Kooperation mit der Firma BeverMed). Im Sinne einer postoperativen Qualitätssicherung und Patientenzufriedenheit wird zudem eine Zusammenarbeit mit ausgebildeten Pflegefachkräften (Enterostomatherapeuthen) entsprechender Home-Care-Unternehmen (Sanitätshäuser) angestrebt und gepflegt.

Darüber hinaus steht Herr Hagedorn Betroffenen, Angehörigen, Pflegenden, Ärzten und allen Interessierten mit Beratung und Hilfe in Inkontinenz-, Wundversorgungs- und Stomafragen gerne zur Verfügung.

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