Risikomanagement

Primum nil nocere – Zuallererst keinen Schaden zufügen.

(Grundsatz ärztlicher Ethik nach Hippokrates, 4. Jahrhundert vor Christus)

Patientensicherheit ist ein primäres Ziel im Clemenshospital und in der Raphaelsklinik. Denn wir haben erkannt: wer die Patientensicherheit stärkt, erhöht die Qualität von Behandlungen.

Wo Menschen arbeiten, sind Fehler nicht auszuschließen.

Um Fehler vermeiden zu können, muss man sie in erster Linie erkennen!

Klinisches Risikomanagement verfolgt das Ziel, in systematischer Form Fehler oder Risiken in der Patientenversorgung zu verhindern und somit die Patientensicherheit zu erhöhen. Risikomanagement bedeutet, ein aktives „sich kümmern“ um mögliche, beinahe eingetretene sowie tatsächlich eingetretene unerwünschte Ereignisse.

Einen wesentlichen Teil des Klinischen Risikomanagements stellt das Critical Incident Reporting System (CIRS) dar, welches in beiden münsterischen Krankenhäusern der Misericordia im Einsatz ist. Darunter versteht man das systembezogene Erfassen von kritischen Ereignissen bzw. Beinahe-Fehlern mit dem Ziel der Aufarbeitung, Auswertung und Vermeidung von Fehlern und Fehlerquellen.

Die eingehenden Fehlermeldungen werden an die Risikomanagement-Teams im Clemenshospital und in der Raphaelsklinik weitergeleitet. In weiterer Folge werden Lösungen zur Fehlervermeidung erarbeitet und zur Umsetzung gebracht. Die Bewertung der Ereignisse beinhaltet die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Auswirkungen.  Ziel soll es sein, bereits geschehene Fehler bzw. Beinahe-Fehler auf ihre strukturellen Hintergründe hin zu untersuchen und bereichs- und berufsgruppenübergreifend Verbesserungsmöglichkeiten zur Steigerung sowohl der Patienten- als auch der Mitarbeitersicherheit zu finden.

Ein Meldesystem alleine reicht jedoch nicht aus. Risikomanagement muss vielseitig sein. Neben den mittlerweile weit verbreiteten Einarbeitungskonzepten, Checklisten und Standards, Patientenarmbändern und Beschwerdemanagement, sind wir im regelmäßigen Austausch mit den Kliniken der Misericordia GmbH über ihre Erfahrungen im Umgang mit Risiken und Ereignissen und führen regelmäßige Risikoaudits durch.

Ein Audit untersucht, ob Prozesse, Anforderungen und Richtlinien die geforderten Standards erfüllen. Ein solches Untersuchungsverfahren erfolgt im Rahmen des Qualitätsmanagements und wird von einem speziell hierfür geschulten Auditor durchgeführt. Die Risikomanagement-Teams des Clemenshospitals und der Raphaelsklinik bestehen aus zusammen sieben Risikomanagern aus den großen Bereichen Qualitätsmanagement, Verwaltung, Ärztlicher Dienst und Pflegerischer Dienst. Jeder Risikomanager hat eine geprüfte Ausbildung zum klinischen Risikomanager absolviert.

Das Clemenshospital und die Raphaelsklinik sind Mitglied im Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V.. Dieser gemeinnützige Verein mit Sitz in Berlin wurde im April 2005 gegründet und engagiert sich seit dem erfolgreich für das Thema Patientensicherheit in Deutschland. Durch zahlreiche Publikationen, Gremienarbeit und die Arbeit ihrer Fachexperten wurde das Thema klinisches Risikomanagement in Deutschland maßgeblich durch das Aktionsbündnis Patientensicherheit geprägt.

Als Mitglied profitieren auch wir von den Erfahrungen dieser Experten, zahlreichen Weiterbildungsveranstaltungen und Fachkrongressen. Wir erhoffen uns hier einen intensiven Input für die Weiterentwicklung unseres Risikomanagements.