Darmkrebs optimal behandeln

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 60.000 Menschen an Darmkrebs. Bahnbrechende Fortschritte in Diagnostik und Therapie haben jedoch die Aussichten auf eine dauerhafte Heilung wesentlich verbessert. Für eine menschlich und fachlich bestmögliche Behandlung haben unsere Experten das Darmkrebszentrum Raphaelsklinik Münster gegründet. 

Unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann (Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie) und Priv.-Doz. Dr. Ulrich Peitz (Chefarzt Gastroenterologie) kooperieren zahlreiche Praxen und spezialisierte Abteilungen in Münster. Die Koordination des Zentrums erfolgt durch Dr. Katharina Zeden (Oberärztin Allgemein- und Viszeralchirurgie) und Daniel Ratanski (Oberarzt Innere Medizin / Gastroenterologie).

Das Darmkrebszentrum Raphaelsklinik Münster

Alle Patienten mit Krebserkrankungen des Dick- und Enddarmes werden wöchentlich in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen und die weitere Behandlung festgelegt. Das Darmkrebszentrum der Raphaelsklinik betreut die Patienten von der Erstvorstellung über die operative oder nicht-operative Behandlung bis hin zur Tumornachsorge. Seit der Gründung 2009 wurde unser Zentrum jährlich durch die Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.

Wenn Sie sich in unserem Zentrum vorstellen möchten, melden Sie sich gerne unter Tel.: (0251) 5007-​2321 oder unter den aufgeführten Kontaktdaten.

... finden Sie sobald möglich wieder hier!

Der Begriff Darmkrebs bezeichnet eine bösartige Erkrankung des Dick- oder Enddarms, der von der Schleimhaut, der inneren Wandschicht des Darmes, ausgeht. Kolonkarzinom bedeutet hierbei Dickdarmkrebs, während mit Rektumkarzinom die Erkrankung im Mast- oder Enddarm gemeint ist. Kolorektales Karzinom hingegen ist ein Überbegriff für alle diese bösartigen Tumore.

Darmkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen in den westlichen Ländern. Neben genetischen Faktoren tragen vor allem Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu seiner Entstehung bei. Jährlich erkranken rund 60.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs. Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen. Darmkrebs rangiert bei beiden Geschlechtern an zweiter Stelle der häufigsten Krebsarten. Diese Zahlen zeigen, dass eine Vorsorge und Früherkennung sehr wichtig ist – insbesondere, da sich der Krebs häufig durch diese verhindern bzw. heilen lässt. Darmkrebs gehört zu den wissenschaftlich am besten erforschten Erkrankungen. Man weiß, dass er zu über 90 Prozent aus gutartigen Vorläufern, den so genannten Polypen der Darmschleimhaut, entsteht. Vom ersten Polyp bis zum bösartigen Krebs können zehn Jahre vergehen.

 

Entartung durch Mutationen

Für die Entartung in der Schleimhautzelle werden genetische Veränderungen in der Erbsubstanz (Mutationen) verantwortlich gemacht. Es kommt zum Verlust der Wachstumskontrolle, sodass die Zellen sich ungehemmt vermehren. Es entstehen besondere Formen von Polypen, die Adenome, und aus ihnen dann ein Karzinom. Experten sprechen dann von einer Adenom-Karzinom-Sequenz.

Krebszellen weisen im Vergleich zu gesunden Zellen wesentliche Merkmale auf:

  • Krebszellen wachsen unkontrolliert und ungehemmt.
  • Sie haben ein verändertes Aussehen gegenüber gesunden Zellen.
  • Ihr Wachstum kann in andere Organe hinein erfolgen (Invasivität).
  • Es kann eine Absiedlung von Zellen in tumorferne Organe geben (Metastasierung).

 

Risiko für Darmkrebs

Ungesunder Lebensstil mit einer entsprechenden Ernährung und Bewegungsarmut begünstigen die Entstehung einer bösartigen Erkrankung. Während die Mehrzahl aller Formen spontan ohne erkennbare Ursache entsteht, liegt bei ca. 20 Prozent eine genetische oder auch familiäre Belastung (Disposition) vor. Die wesentlichen Erkrankungen sind hierbei die Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) und die Hereditäre Nicht Polypöse Kolorektale Krebserkrankung (HNPCC oder Lynch Syndrom), die es auch mit Beteiligung anderer Organe gibt.

Während die HNPCC relativ häufig anzutreffen ist, stellt die FAP eine sehr viel seltenere Form da. Im Rahmen einer HNPCC-Erkrankung können auch bösartige Tumoren der Gebärmutter und des urogenitalen Traktes auftreten. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig über eine familiäre Häufung in der eigenen Familie informiert zu sein.

Die Colitis ulcerosa, eine entzündliche Dickdarmerkrankung, stellt einen weiteren Risikofaktor für die Entstehung von Darmkrebs dar.

 

Risikofaktoren Darmkrebs

Ungesunder Lebenstil mit ...

...zuviel Fett

... zuviel rotem Fleisch

... zu wenig Ballaststoffen

... wenig Obst und Gemüse

sowie zusätzlich Rauchen, Alkohol, Bewegungsarmut, erbliche Faktoren und Polypen im Darm.

Die Diagnose Darmkrebs stellt das Leben auf den Kopf. Die Konfrontation mit einer derart ernsten Erkrankung wirft viele Fragen auf und fordert jeden einzelnen Patienten auf eine ganz besondere Weise heraus. Durch ein optimales Zusammenspiel aller Partner des Darmkrebszentrums ist eine Betreuung auf höchstem, standardisiertem Niveau zu jeder Phase der Erkrankung gewährleistet.

Im Folgenden möchten wir Ihnen die Leistungen des Darmzentrums der Raphaelsklinik und den Ablauf einer Behandlung näher bringen.

 

Diagnostik

In der Regel wird Darmkrebs durch eine Darmspiegelung (Koloskopie) festgestellt. Sowohl die Innere Medizin II (Gastroenterologie)  der Raphaelsklinik als auch unsere kooperierenden niedergelassenen Gastroenterologen ermöglichen eine endoskopische Diagnostik auf höchstem Niveau.

Die sich anschließende Diagnostik zur Feststellung der Tumorausbreitung kann entweder ambulant mit Hilfe des Hausarztes, der niedergelassenen Kooperationspartner oder stationär in der Raphaelsklinik erfolgen. Hierbei ist das Zusammenspiel zwischen allen Therapeuten besonders wichtig, so dass eine rasche und exakte Einschätzung der Erkrankung erfolgen kann. Laboruntersuchungen, Tumormarker, bildgebende Verfahren wie zum Beispiel Computertomographien, Kernspintomographien, Ultraschalluntersuchungen oder Röntgenaufnahmen müssen vor einer Therapie durchgeführt werden.

 

Therapie

Nach Komplettierung der Diagnostik gilt es, mit allen Partnern zusammen, eine bestmögliche und individuelle Behandlungsstrategie zu entwickeln. In unseren wöchentlichen Tumorkonferenzen wird das passende Konzept festgelegt. Für jedes Fachgebiet gibt es im Darmkrebszentrum Spezialisten, die in der Tumorkonferenz vertreten sind. In der Regel erfolgt bei einem Krebs des Dickdarmes direkt eine Operation, während bei einem Enddarmkrebs die Operation nach einer Vorbehandlung mit einer kombinierten Strahlen-Chemotherapie durchgeführt wird.

Alle entnommenen Präparate werden mikroskopisch aufgearbeitet, um ein Stadieneinteilung zu ermöglichen. Das Stadium ist entscheidend um das weitere Konzept festzulegen. Minimalinvasive Operationsverfahren und ein beschleunigter Kostaufbau und Mobilisierung („Fast-Track“) verringern postoperative Komplikationen. Modernste Behandlungskonzepte in der Schmerztherapie ermöglichen eine stressfreie Erholung nach belastenden Eingriffen.

 

Wichtig: Unterstützung durch alle Partner

Die durchgeführte Therapie erfordert eine weitreichende Unterstützung durch alle beteiligten Partner. Im Darmkrebszentrum bietet sich nach Eingriffen die Möglichkeit zur schnellen Rehabilitation mit Hilfe krankengymnastischer Unterstützung. Diese verringert Komplikationen und Patienten kommen schneller wieder zu Kräften. Die geschulten Ernährungsberaterinnen stimmen die Kostform auf die durchgeführte Operation ab, ermitteln Ernährungszustände und können wertvolle Tipps geben. Wurde ein künstlicher Darmausgang angelegt erfolgt eine fachgerechte Anleitung durch unsere Stomatherapeuten. Die Betreuung kann über den stationären Bereich hinaus noch ambulant fortgeführt werden.

Medizinische Hilfsmittel können während des stationären Aufenthaltes bestellt und durch ein Sanitätshaus bereitgestellt werden.

 

Die seelische Verarbeitung

Die psychische Verarbeitung der Krankheit stellt für viele Patienten eine Herausforderung dar. Die eigene Lebensplanung ist zerstört, begründete und unbegründete Sorgen bestimmen das Denken. Auf Wunsch stellen wir Kontakt zu Psychologen her, die Ihnen helfen neue Perspektiven zu entwickeln. Die Krisenintervention im Rahmen des stationären Aufenthaltes erlaubt oftmals, die weitere ambulante Therapie zu ebnen.

Die in der Raphaelsklinik tätigen Seelsorger sind selbstverständlich jederzeit ansprechbar. Der Beistand ist sowohl durch katholische als auch evangelische Seelsorger gewährleistet. 

 

Nach der Behandlung

Nach der eigentlichen Therapie werden Sie keineswegs alleine gelassen. Der hauseigene Sozialdienst koordiniert Anschlussheilbehandlungen in geeigneten Einrichtungen, kümmert sich um häusliche Pflege oder stellt den Kontakt zu Hospizeinrichtungen her, um einen würdevollen letzten Weg bei unheilbaren Erkrankungen zu bahnen. Der Kontakt zu Selbsthilfegruppen kann durch die Stomapflege hergestellt werden.

 

Familiärer Darmkrebs

In seltenen Fällen liegt eine genetische Veranlagung zur Entstehung von Dickdarmkrebs vor. Hier ist es wichtig, eine genetische Beratung durchzuführen, um Angehörige vor der möglichen Entstehung von Krebs durch eine entsprechende Vorsorge zu bewahren.

 

Darmkrebs kann aus einer zunächst gutartigen Darmwandveränderung – dem Polyp – entsteht. Die Entartung kann zwischen fünf und 15 Jahren dauern. Werden Vorstufen bei einer frühzeitigen Darmspiegelung entfernt, kann die Entstehung von bösartigen Darmtumoren verhindert oder Krebs in frühem Stadium erkannt werden.

Früh entdeckter Darmkrebs hat eine sehr gute Aussicht auf eine komplette Heilung!

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Darmkrebs. Die deutsche Darmkrebsleitlinie empfiehlt deshalb für Männer eine Vorsorgedarmspiegelung ab dem 50. Lebensjahr, für Frauen ab dem 55. Lebensjahr. Hierdurch können viele Krebserkrankungen verhindert werden.

Neben dem Alter spielt das individuelle Risiko, zum Beispiel die familiäre Belastung, eine wichtige Rolle.

Als Vorsorgeuntersuchungen stehen folgende Methoden zur Verfügung:

  • Körperliche Untersuchung mit Austastung des Enddarmes. Durch die Austastung des Enddarmes können tief sitzende Tumore entdecken werden.
  • Test auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl. Darmtumoren geben häufig etwas Blut ab, dass dann im Rahmen einer solchen Testung festgestellt werden kann. Der Test gibt Anlass zu weiteren Untersuchungen, wenn er positiv ist. Bei negativem Ergebnis ist einen Tumor aber nicht ausgeschlossen!
  • Darmspiegelung (Koloskopie). Die Darmspieglung ist die wichtigste Methode zur Feststellung von Darmkrebs. Mit ihr können Proben entnommen und die Lage eines Tumors bestimmt werden. Liegen nur Polypen vor, können dies meist vollständig abgetragen werden.  

Die Vorstadien eines Darmkrebses oder der Krebs selbst können oft jahrelang im Darm wachsen, ohne dass Beschwerden bestehen. Wenn es jedoch zu Beschwerden wie häufigen Verstopfungen, wechselnden Stuhlgängen, Krämpfen, Durchfällen oder Blut im Stuhl kommt, sollte unbedingt eine Abklärung erfolgen.

Obwohl die wichtigste Untersuchung zur Feststellung von Darmkrebs die Darmspiegelung ist, ist eine Vielzahl weiterer Untersuchungen notwendig, um ein umfassendes und exaktes Bild über die Erkrankung zu erhalten. Nur so ist eine optimale Therapieplanung möglich.

Es ist sehr wichtig, zu wissen, ob der Tumor im Dickdarm oder im Enddarm sitzt. So führt in bestimmten Stadien des Enddarmkrebses eine Vorbehandlung mit einer kombinierten Strahlen-Chemotherapie vor einer Operation zu wesentlich besseren Heilungsraten. Ein anderer wichtiger Aspekt ist die Frage, ob Absiedlungen (Metastasen) vorliegen. Die häufigsten Absiedlungen finden sich in Leber und Lunge.

Die wichtigsten Untersuchungen werden im Folgenden genannt:

  • Laboruntersuchungen. Sie geben Auskunft über eine eventuelle Blutarmut, die durch den Tumor verursacht wurde.  Der Tumormarker (CEA) dient der Verlaufsbeobachtung. Weitere Werte werden bestimmt um Auskunft über die Funktion der übrigen Organe zu erhalten.
  • Ultraschall. Die Ultraschalluntersuchung des Bauches ergibt Informationen über die Streuung eines Tumors. Eine Ultraschalluntersuchung kann das Ausmaß in der Ausdehnung der Darmwand bestimmt werden. Auch befallene Lymphknoten können zum Teil entdeckt werden. So kann entscheiden werden, ob vor einer Operation eine kombinierte Radio-Chemotherapie durchgeführt werden sollte.
  • Koloskopie. Bei der Untersuchung wird der gesamte Dickdarm durch ein flexibles, schlauchartiges Gerät von innen betrachtet. Die eindeutige Diagnose eines Darmkrebses erfolgt durch die Darmspiegelung mit Entnahme einer Probe. Diese Probe wird durch den Pathologen untersucht und anschließend das weitere Behandlungskonzept  geplant. Wann immer möglich, sollte eine komplette Spiegelung des Dickdarmes erfolgen, um weitere Erkrankungen nicht zu übersehen.
  • Röntgenuntersuchungen. Die Röntgenuntersuchung der Lunge gibt erste Hinweise darauf, ob eine Absiedlung in den Lungen vorliegt. Die abdominelle Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) sind weitere bildgebende Verfahren, die gut geeignet sind, Absiedlungen zu erkennen oder das Ausmaß der Tumorausbreitung abzuschätzen. Virtuelle Koloskopie ist ein neueres Verfahren, das schonender ist als die konventionelle Koloskopie, jedoch zurzeit keinen Standard darstellt, da eine Probenentnahme nicht möglich ist. Hierbei erfolgt die Untersuchung mittels einer Computertomographie. Aus den gewonnenen Daten wird das virtuelle Bild eines Dickdarms berechnet. So kann man durch den Darm wie durch einen Tunnel fahren und krankhafte Befunde sehen.

Raphaelsklinik Münster GmbH
Allgemein- und Viszeralchirurgie
Chefarzt Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann

Medizinische Klinik II/Gastroenterologie
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Ulrich Peitz

Medizinische Klinik III / Hämatologie und Onkologie
Chefarzt Dr. K. Kratz-Albers, Dr. H. Timmer

Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin
Chefarzt M. Pützler

Clemenshospital GmbH
Düesbergweg 124
48153 Münster
Telefon 0251.976-0

Klinik für Radiologie/Strahlentherapie
Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Jan Kriz

Institut für Pathologie am Clemenshospital
Prof. Dr. Schmidt, Prof. Dr. Kasper, Prof. Dr. Kuhnen, Priv. Doz. Dr. Kahl
Düesbergweg 128
48153 Münster
Telefon 0251.76403-0

Gemeinschaftspraxis für Hämatologie und Onkologie
Dr. Jürgen Wehmeyer, Dr. Christian Lerchenmüller, Dr. Karsten Kratz-Albers, Dr. Holger Timmer, Dr. Ralf Bieker, PD Dr. R. Liersch
Steinfurter Straße 60 b
48149 Münster
Telefon 0251.62008-0

Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis am Germania-Campus
Dr. A. Schmedt,  Dr. Axel Schweitzer, Dr. M. Linnepe, Dr. Frank Holtkamp-Endemann
An der Germania-Brauerei 6
48159 Münster
Telefon 0251.284668-0

Praxis für Innere Medizin/Gastroenterologie/ Kardiologie
Dr. C. Fechtrup, Prof. Dr. P. Willeke,  Prof. D. Bettenworth, Dr. H. Paulus
Himmelreichallee 37
48149 Münster
Telefon 0251.98166-0

Humangenetik
Dr. med. Brigitte Welling
Fachärztin für Humangenetik
Warendorfer Straße 185
48145 Münster
Telefon: 0251-2026300
b.welling(at)labor-muenster.de

Sowie weitere Kooperationspartner aus den Bereichen Physiotherapie, Psychoonkologie, Medizintechnik, Ernährungsberatung, Selbsthilfegruppen, Stomatherapie, Palliativmedizin und Hospiz.


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