Priv.-Doz. Dr. Ulrich Peitz, Ursula Liebig, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann und Dr. Erik Allemeyer (v.l.) in der Endoskopieabteilung der Raphaelsklinik

Bauchspeicheldrüsentumor rechtzeitig operiert

[12.10.2017]

Ursula Liebig fiel mehr als ein Stein vom Herzen, als das Ergebnis aus dem Labor der Raphaelsklinik eintraf: „gutartig“. Am Kopf ihrer Bauchspeicheldrüse (Pankreas) hatte sich ein Tumor gebildet, ein sogenanntes Papillenadenom. Das Pankreaszentrum der Raphaelsklinik ist auf die Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse spezialisiert und den Experten war sofort klar, dass schnell gehandelt werden muss, da solche Tumoren zu bösartigen Krebserkrankungen ausarten können. „Wir sagten der Patientin, dass ein Aufschieben der Operation in den Herbst viel zu gefährlich wäre!“ erinnert sich der Koordinator des Pankreaszentrums, Dr. Erik Allemeyer.

Im Zentrum arbeiten unterschiedliche Fachabteilungen des Krankenhauses sowie Praxen niedergelassener Ärzte zusammen, einmal pro Woche treffen sich die Mediziner zur Tumorkonferenz, in der alle neuen Fälle gemeinsam besprochen werden. „Durch diese Zusammenarbeit hat sich für die Patienten in den letzten Jahren sehr viel verbessert. Früher hat jede Abteilung eher für sich gearbeitet, die Informationsweiterleitung war dadurch oft sehr schlecht“, berichtet Allemeyer.
Bei Ursula Liebig wurden zunächst umfangreiche radiologische Untersuchungen unter anderem mit dem Computertomografen (CT) durchgeführt und danach mit dem Endoskop nachgesehen, wie ausgedehnt der Tumor ist. „Wir konnten auf diese Weise erkennen, dass es sich um die Vorform einer bösartigen Tumorerkrankung handelte, die mit einem Durchmesser von etwa viereinhalb Zentimetern zu groß war, um mit dem Endoskop behandelt zu werden“, erläutert der Chefarzt der Gastroenterologie der Raphaelsklinik, Priv.-Doz. Dr. Ulrich Peitz.

Während einer etwa vierstündigen Operation durch den Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, wurden der Zwölffingerdarm und der Kopf der Bauchspeicheldrüse entfernt, „der Magen konnte erhalten bleiben“, berichtet der Chirurg. Während einer solchen Whipple-Operation wird die Bauchspeicheldrüse zum Teil oder komplett entfernt.  Da das Organ jedoch wichtige Enzyme für die Fettverdauung produziert, muss Ursula Liebig diese zukünftig in Tablettenform zu sich nehmen.

„Es ist für die erfolgreiche Behandlung sehr wichtig, dass Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse möglichst frühzeitig erkannt werden, zum Beispiel durch den Hausarzt bei der Ultraschalluntersuchung“, sagt Peitz und weist darauf hin, wie wichtig die regelmäßige, routinemäßige Kontrolle durch den Arzt ist.

Unter anderem um auf die Möglichkeiten der Früherkennung und die Behandlungsmöglichkeiten bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse hinzuweisen aber auch um Ängste und Sorgen abzubauen, veranstaltet das Pankreaszentrum am kommenden Samstag, 14.10., von 10 bis 13 Uhr im Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, einen Infotag für alle Interessierten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist kostenlos.