Dieter Nonnhoff, pflegerischer Leiter der Zentralen interdisziplinären Aufnahme (ZIA) und Dr. Frank Lieder, leitender Kardiologe der Chest Pain Unit der Raphaelsklinik, behandeln täglich Patienten mit Brustschmerzen.

Brustschmerzzentrum der Raphaelsklinik: Seit 10 Jahren im Herzen der Stadt

[23.10.2017]
Es gibt zahlreiche mögliche Gründe für Brustschmerzen. Es können sich harmlose Verspannungen oder gutartige Erkrankungen dahinter verbergen, aber auch lebensbedrohliche Gefäßverschlüsse, wie ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie. Häufig können weder Hausarzt noch Notarzt sofort eine sichere Einschätzung vornehmen. Umso wichtiger sind spezialisierte Zentren, in denen geschultes Personal schnell eine Diagnose stellen und die geeignete Therapie einleiten kann. So wie die ChestPain Unit (Brustschmerzzentrum) der Raphaelsklinik Münster.

Die Chest Pain Unit (CPU) der Raphaelsklinik Münster ist eins von zwei zertifizierten Brustschmerzzentren im Münsterland und auf Patienten mit akuten kardiologischen Problemen spezialisiert. Bereits seit zehn Jahren werden in der Klinik im Herzen der Stadt 24 Stunden am Tag und an sieben Tagen in der Woche Patienten mit akuten Brustschmerzen schnell und kompetent behandelt.
Denn jede Minute ist kostbar. Unbehandelt verstirbt ein Drittel aller Betroffenen an einem akuten Herzinfarkt. „Je schneller ein Herzinfarkt behandelt und das Gefäß wieder geöffnet wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten und die weitere Prognose“, sagt Dr. Frank Lieder, leitender Kardiologe der Chest Pain Unit in der Raphaelsklinik Münster. Mögliche Symptome eines Herzinfarktes sind nicht nur starke Schmerzen in der Brust, die typischerweise in den Hals, in den Rücken oder in den Arm ausstrahlen. Anstelle der Brustschmerzen können andere Symptome auftreten wie Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerzen, Schwindel oder Ohnmacht. Gefährdet sind Menschen, die eine familiäre Veranlagung haben oder mehrere Risikofaktoren, die sich schädlich auf die Gefäße des Herzens auswirken. „Ein gestörter Fettstoffwechsel, Hypertonie (zu hoher Blutdruck) und Nikotin bilden eine ´unheilvolle Allianz´“, erklärt Dr. Lieder. Aber nicht nur ein Herzinfarkt kann der Grund für Brustschmerzen sein. Auch bei anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen, wie einer akuten Lungenembolie oder einem Einriss der Hauptschlagader, können ähnliche Beschwerden auftreten.
Eine sofortige Untersuchung in einem Brustschmerzzentrum ist notwendig, um schnelle Gewissheit zu bekommen und im Notfall optimal reagieren zu können. So wie im Brustschmerzzentrum der Raphaelsklinik, in dem Fachärzte und speziell geschultes Personal schnell eine sichere Diagnose stellen und die geeignete Therapie einleiten können. Dafür, dass das Team nicht aus der Übung kommt, sorgt das hohe Patientenaufkommen in der Innenstadt. „An manchen Tagen werden über 20 Patienten mit einem akuten Brustschmerz in der Chest Pain Unit vorstellig. In den meisten Fällen kann eine lebensbedrohliche Erkrankung aber ausgeschlossen werden“, so Lieder.
Wer sich weiter informieren möchte, kann das am 25. November beim Patiententag in der Raphaelsklinik. Anlässlich der Herzwoche der deutschen Herzstiftung, geht es in der Medizinischen Klinik I von 10 – 13 Uhr um „Das schwache Herz“. Neben Blutdruckmessungen und dem Bestimmen des Cholesterinwertes, werden viele wichtige Informationen rund um die häufigsten Herzerkrankungen angeboten.
Die ChestPain Unit (CPU, Brustschmerzzentrum) in der Raphaelsklinik ist eine spezielle Ambulanz für Patienten mit akutem Brustschmerz. Im gesamten Münsterland gibt es nur zwei Brustschmerzzentren, die alle Kriterien für eine Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie erfüllen. Dazu gehört, dass zu jeder Tages- und Nachtzeit kardiologische Fachärzte zur Verfügung stehen. In der Raphaelsklinik ist die CPU integraler Bestandteil der Zentralen interdisziplinären Aufnahme (ZIA). Die ChestPain Unit ist außerdem seit mehreren Jahren fester Bestandteil des Kardionetzwerkes Münster. Das ist ein Zusammenschluss der münsterischen kardiologischen Akutkrankenhäuser (Raphaelsklinik Münster, Universitätsklinikum Münster (UKM) und St. Franziskus-Hospital) sowie der Berufsfeuerwehr Münster für die Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen.