Tipps gegen die Hitze

Dr. Kira Uphaus
Dr. Kira Uphaus ist Expertin für Altersmedizin

, Raphaelsklinik, Münster

Bei der aktuell vorherrschenden sommerlichen Hitze sind es gerade die älteren Menschen, die besonders leiden. Dr. Kira Uphaus, Chefärztin des Departments für Altersmedizin der Raphaelsklinik, gibt Tipps und Hinweise, wie Sie sich selber und Ihre Angehörigen schützen können.

Welche Probleme können die aktuell hohen Temperaturen verursachen?

Ältere Menschen schwitzen weniger, das liegt daran, dass die Schweißdrüsen im Alter zurückgehen. Aus diesem Grund bemerken Senioren die Hitze daher weniger als jüngere Menschen. Wenn sich dann doch ein Durstgefühl einstellt, fehlen oft schon mindestens zwei Liter! 

Als Folge dessen sinkt die Kondition, die Menschen sind weniger leistungsfähig, fühlen sich benommen und müde. Es kann auch zu Herz-Kreislaufproblemen kommen und leider nicht selten zu Stürzen, was gerade im Alter zu schweren Komplikationen führen kann. Ein zusätzliches Problem ist, dass es zu Erbrechen kommen kann, was wiederum zum Flüssigkeitsverlust führt. Der Hitzeeffekt verstärkt sich quasi selber.

Wie kann ich diese Probleme vermeiden?

Sie sollten früh morgens, wenn die Temperaturen noch niedrig sind, kräftig durchlüften. Danach die Jalousien herunterlassen, damit sich die Wohnung nicht zu sehr aufheizt. In der heißesten Zeit zwischen 11 und 18 Uhr sollten Sie die Wohnung möglichst nicht verlassen. Falls dies doch notwendig sein sollte, dann bitte sommerliche, luftige Kleidung tragen, eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auftragen.

Was sollte ich als Angehöriger tun?

Stellen Sie Wasser zum Trinken gut sichtbar bereit und bitten Sie darum, die Menge, zum Beispiel zwei Liter, bis zum Abend getrunken zu haben. Dunkeln Sie den Raum ab und bereiten Sie ein kühlendes Fußbad vor, zum Beispiel in einem kleinen Pool zum Aufblasen. Hinterher kann man das Wasser übrigens sehr gut zum Blumengießen nutzen! Wenn Sie nicht anwesend sein können, rufen Sie gelegentlich an und fragen zum Beispiel nach der Raumtemperatur. Achten Sie sehr aufmerksam bei Ihren älteren Angehörigen auf die oben genannten Symptome. Sollte Ihnen etwas auffallen, sprechen Sie bitte mit dem Hausarzt. Wer das ist und wie er erreichbar ist, müssten Sie bereits im Vorfeld in Erfahrung bringen.