Neues Ultraschall-Gerät ermöglicht „Quantensprung“ bei Tumordiagnostik im Clemenshospital

Ein Arzt und eine Pflegekraft während einer Magenspiegelung
Prof. Dr. Dirk Domagk, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie des Clemenshospitals in Münster, nutzt für die Diagnose von Tumoren und Zysten nun ein äußerst innovatives Ultraschallgerät, das deutschlandweit bisher nur im Clemenshospital, das zum Alexianer-Verbund gehört, im Einsatz ist.

, Clemenshospital, Münster

Chefarzt Prof. Dr. Dirk Domagk: Optimierte Bildqualität der Arietta 850 DeepInsight ermöglicht äußerst präzises arbeiten

In der Klinik für Gastroenterologie des Clemenshospital wird Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen gezielt eingesetzt, um Diagnostik und Therapie weiter zu optimieren. Das Haus, das zum Alexianer-Verbund gehört, ist deutschlandweit die erste Klinik, die das Ultraschallgerät Arietta 850 DeepInsight in Verbindung mit dem endoskopischen Ultraschall (Endosonographie) verwendet. Für Prof. Dr. Dirk Domagk, Chefarzt der Klinik, markiert diese Technologie einen entscheidenden Fortschritt in der endoskopischen Ultraschalldiagnostik.

„Die Arietta 850 DeepInsight hebt die Bildqualität bei endoskopischen Untersuchungen mithilfe Künstlicher Intelligenz auf eine ganz neue Ebene“, erklärt Domagk. „Das ist, ohne zu übertreiben, ein Quantensprung.“ Konkreter erläutert er den Fortschritt: „Durch den Einsatz der KI kann das Rauschen deutlich reduziert werden, also Bildunschärfen, die Ultraschalluntersuchungen sonst erschweren.“ Das Resultat sind „nahezu gestochen scharfe Bilder, die sogar das Erkennen von kleinsten Tumoren oder Zysten ermöglichen“. Herauszuheben ist dabei die verbesserte Gewebedifferenzierung: „Durch die besonders detaillierte Bildgebung sind verschiedene Gewebe im menschlichen Körper leichter zu unterscheiden – und das unabhängig von der Untersuchungstiefe im Körper.“

 

Patientinnen und Patienten profitieren

Von dieser technischen Weiterentwicklung profitiert eine breite Patientengruppe: „Eigentlich alle, bei denen eine endoskopische Ultraschall-Untersuchung nötig ist“, betont Domagk. Besonders von Interesse ist der Einsatz dieser modernsten Technologie aber vor allem für Patienten mit dem Verdacht auf das Vorliegen von (Früh-)Karzinomen oder neoplastischen Vorstufen. Dazu zählen insbesondere Erkrankte mit Tumoren oder Zysten im oberen Magen-Darm-Bereich, der Bauchspeicheldrüse oder dem Enddarm. Diese profitieren in der Folge auch von den Angeboten des Netzwerks Münsteraner Allianz gegen Krebs (MAgKs), in der alle onkologischen Zentren des Clemenshospitals und der Raphaelsklinik organisiert sind.

Außer der reinen Diagnostik eröffnen sich durch das neue System, das deutschlandweit bisher nur am Clemenshospital eingesetzt wird, auch interventionelle Möglichkeiten: „Über einen Arbeitskanal am Schallkopf des Endosonographie-Gerätes können kleinere Eingriffe bei bester Sicht direkt vorgenommen werden“, erläutert der Gastroenterologe. Die Kombination aus hochauflösender Bildgebung sowie verbesserten Kontrasten und Konturen ermögliche „ein äußerst präzises Arbeiten“. Das optimiert die enge Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Gastroenterologie und der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und führt zu einer Stärkung des onkologischen Schwerpunkts am Clemenshospital. Gemeinsam leiten die beiden Chefärzte der Kliniken, Prof. Dr. Dirk Domagk und Prof. Dr. Dr. Matthias Hoffmann, das Darmkrebszentrum Clemenshospital / Portal 10. 

 

Prof. Dr. Dirk Domagk

Domagk ist für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) Kursleiter der Stufe III (Sektion Endosonographie) und damit unmittelbar an der Weiterbildung von Fachkollegen sowie am wissenschaftlichen Fortschritt seines Fachgebiets beteiligt. Für seine langjährigen beruflichen Leistungen und Kompetenzen in Forschung, Aus- und Weiterbildung sowie Patientenversorgung wurde Domagk von der US-amerikanischen (ASGE) sowie der europäischen Fachgesellschaft (ESGE) mit dem Ehrentitel „Fellow“ ausgezeichnet.