Die Raphaelsklinik in Münster, ein Krankenhaus der Alexianer, setzt bei der Versorgung älterer Patientinnen und Patienten zunehmend auf digitale Unterstützung: Auf zwei geriatrischen Stationen kommt nun ein intelligentes Assistenzsystem zur Sturzprophylaxe zum Einsatz. Entwickelt wurde die Technologie vom Heidelberger Unternehmen Nemlia – ursprünglich für die Langzeitpflege.
Gerade ältere Menschen haben im Krankenhaus ein deutlich erhöhtes Sturzrisiko – insbesondere nach Operationen, bei akuten Erkrankungen oder bei kognitiven Einschränkungen. „Das System ist eine wertvolle Unterstützung im Pflegealltag“, sagt Julia Lösing, Bereichsleitung der geriatrischen Stationen 2A/2D. „Vor allem nachts können wir schneller erkennen, wo Unterstützung benötigt wird, und entsprechend reagieren.“ Neben der akuten Sturzprävention liefert die Technik zusätzliche Erkenntnisse: Auffällige Unruhe, Schlafstörungen oder häufige Toilettengänge in der Nacht werden sichtbar und können in die weitere Behandlung einbezogen werden.
Wenn sich sturzgefährdete Patientinnen und Patienten unbeaufsichtigt bewegen – etwa beim Aufstehen, auf dem Weg ins Bad oder beim Verlassen des Zimmers – sendet das digitale Assistenzsystem Hinweise direkt auf mobile Endgeräte, die speziell für diesen Einsatz angeschafft wurden, und informiert die zuständigen Pflegekräfte. Kameras kommen dabei nicht zum Einsatz, personenbezogene Daten werden nicht gespeichert.
Die Idee hinter dem System stammt laut Unternehmen aus Skandinavien. Ausgangspunkt war die Frage, wie Menschen mit Unterstützungsbedarf im Alltag besser begleitet werden können – auch dann, wenn Angehörige oder Betreuungspersonen nicht unmittelbar vor Ort sind. Daraus entwickelte sich das Assistenzsystem, das ab sofort auch in der Raphaelsklinik dazu beiträgt, die Patientensicherheit weiter zu erhöhen und Pflegekräfte gezielt zu entlasten.